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Welten Wanderer

  • 15. Juli 2017
  • 17 Min. Lesezeit

verträumtes Wandern

Der eisige Wind preschte in ihr Gesicht und verhedderte ihr Haar, doch dadurch fühlte sie sich frei und lebendig sodass ihr Herz zunehmend stark pochte. Sie liebte dieses Gefühl von allem und jedem entbunden zu sein, von der Welt und all ihren Menschen. Wie dicker Nebel glitten ihr die Wolkenfetzen durch die Finger, waren kaum zu spüren, nur ihre eisige Kälte verweilte lang in ihren Fingerspitzen kroch das Handgelenk herauf und verflog. Zu sehen war kaum etwas bis auf Majestätische Wolken die wie Kunstwerke in stetiger Veränderung am Horizont weilten. Weit dahinter erstrahlte diese Welt in einer warmen Abendröte die, die weiß grauen Wolken in gelb-orange meist rötliche Töne tauchte. Ab und zu flog ein kleines Wölkchen an ihr vorbei in helles rot getaucht und änderte seine Farbe während es sich wieder entfernte. Wie einen letzten Atemzug genoss sie die verblassenden Strahlen die den Himmel einige letzte Sekunden mit schillernden Farben betupfte. Eine leise Melodie erklang und wurde nach und nach kräftiger und mahnender. Noch schlapp und schlaff tastete sie unter ihrem kühlen Kissen nach der Quelle des Geräusches. Als sie ihr Handy gefunden und hervor gezogen hatte las sie wie jeden Morgen ihren selbst geschriebenen Morgengruß “Wehe du schläfst jetzt wieder ein!“ Mit einem letzten verschlafenem Blick ließ sie die Melodie mit einem Finger tipsen verklingen und richtete sich in ihrem Bett auf, entkräftet rieb sie sich die verschlafenen grünen Augen. Sie überlegte aufzustehen und sich etwas anzuziehen, aber was? Entmutigt ließ sie sich zurück auf das Kissen fallen, aber rappelte sich schließlich mit einem seufzten auf. Während sich ihre Augen langsam an die Dunkelheit gewöhnten suchte sie halb Blind nach dem Lichtschalter gegenüber ihres Bettes neben der Tür, dabei viel sie fast über ihren Ranzen. Während sie sich langsam an die Helligkeit gewöhnte kam ihr buntes mit viel blau, grün und rot ausgestattetes Zimmer zum Vorschein, um dessen Einrichtung sie sich trotz ihrer 14 Jahre schon gekümmert hatte. Alle Möbel waren weiß sahen aber besch aus im nun blassem gelblichen Schein. Verschlafen trottete sie in Richtung Fenster, um die Morgensonne zu begrüßen, an ihrem niedrigem Bett, dann ihrem weißem Schreibtisch mit den blauen und grünen Schubladen vorbei. Zwischen Schreibtisch und Bett war eine Art offener Schrank der Platz für Mappen aller Art und einen darin nicht vorhandenen Schulranzen bot. Über Schreibtisch, Bett und kleinem weißen Schrank war eine Wand in weicher gelber Farbe und bunt gerahmten Bildern von mit Acryl gemalten Wiesen, Blumen, Wolken und einem Foto einer Familie, ihrer Familie. Ihre beiden lächelnden Eltern standen hinter ihrem kleinem sechs Jahre alten halb Bruder und der acht jährigen halb Schwester. Ihre Mutter hatte grüne Augen, Haselnussbraune lange Haare die mit größeren aber wenigen Wellen die ein wenig über ihre Schulter ragten, und ein milchweißes junges Gesicht. Der Stiefvater des Mädchens hatte eine dunkelbraune Kurzhaar Frisur und seine Augen waren im Gegensatz zu denen ihrer Mutter braun, sie wirkten wie kleine Walnüsse in seinem leicht kantigen Gesicht. Ihre kleine Schwester die auf dem Bild vor ihrer Mutter stand hatte ebenso braune Augen, aber seltsamer Weise helle Blonde Haare, wie sonst Niemand in ihrer Familie, noch nicht einmal ihre Großeltern oder dessen Eltern hatten jemals Blonde Haare gehabt. Neben ihrer Schwester stand ihr kleiner Bruder mit einem frechen Grinsen in die Linse strahlend, dadurch verzerrten sich die Sommersprossen die auf seinen Wangen wie brauner Mohn verteilt waren. Seine kurzen dunkelbraunen fast schwarzen Haare waren wild über den ganzen Kopf verteilt und zwischen ihnen lugten die strahlenden braunen Augen hervor. Die letzte Person die auf dem Bild zusehen war, war sie selbst ,Jenni , zwischen ihre Mutter und ihren Vater gequetscht, ihre grünen Augen leuchteten und stachen aus der Menge hervor, sogar mehr als die ihrer Mutter. Mit ihren leicht gewellten braunen Haaren, wirkte sie aus dieser Perspektive wie ein verjüngtes Abbild ihrer Mutter. Sie hatten enge Beziehungen innherhalb ihrer Familie, ihre Halbgeschwister waren genauso Teil der Familie und sie sah sie auch gar nicht mehr nur als Zusatz mit gleicher Mutter sondern als ihre Geschwister und auch ihr Stiefvater war immer für sie da gewesen, nichts desto trotz liebte sie ihre Mutter mehr, so wie eine unersätzliche Freundin. Endlich vor dem verdunkelten Fenster angekommen zog sie noch immer kraftlos an einem Seil und ließ dadurch die Querleisten hoch surren. Dort draußen war schon am frühen Morgen geschäftiges Treiben, Leute stiegen in ihre Autos oder auf ihr Fahrrad um zur Arbeit zu fahren. Auch die ersten Großeltern begannen mit ihren morgendlichen Spaziergängen, es war ein wirklich belebtes kleines Dorf in dem sich fast jeder kannte und sich dem entsprechend grüßte. Ebenfalls sah man auf der Straße schon die ersten Frühaufsteher zur Schule gehen, was sie daran erinnerte das sie sich auch langsam auf den bald beginnenden Schulalltag vorbereiten musste. Etwas Kraft gewonnen aber dennoch müde, hatte sie sich schell einige Sachen übergestreift und eilte auch schon die helle hölzerne Treppe, die die beiden Stockwerke des Hauses miteinander verband und gelegentlich knarrte, in den Ess- und Wohnbereich hinunter. Anschließend traf sie einige Vorbereitungen für die bevohrstehenden Stunden in Form von 3 Brotdosen, erst zuletzt schaute sie auf ihre Uhr „Oh mist, wieder zu langsam!“, war das einzige das sie in ihrer plötzlichen eile hervor brachte. Als wäre sie endlich aufgewacht stopfte sie in Windeseile die schon zerknickten Mappen und die ramponierten Zettelhäufchen die daraus hervor quollen in ihren Ranzen. Wie sonst auch rief sie ihrer Mutter, die als einzige noch im Haus war ein „bis später“ zu und rannte aus der Haustür. Ihr Ziel, der örtliche kleine Bahnhof der in der Nähe ihres Hauses war, konnte man von ihr aus schnell erreichen. Daher hörte sie auch wie ihr Zug auf Gleis 4 zu bremsen begann, wie vom Blitz getroffen legte sie zum Entspurt an und hatte auch sogleich den Bahnhofs Parkplatz überwunden. Wenn auch der Weg kurz war wurde sie dennoch vorher von ihren Nachbarn und dessen Hunden gegrüßt, ohne inne zu halten rief sie während sie an dessen kleinem Häuschen vorbei lief ein keuchendes kaum zu vernehmendes „Hallo“. Einige Sekunden später lief sie durch einen Unterirdischen Tunnel der die Gleise miteinander verband, an einigen Fahrstühlen und Treppen vorbei und landete schließlich auf Gleis 4. Der Zug war glücklicherweise noch nicht abgefahren, was sie allein ihrer Freundin Klara zu verdanken hatte. Klara war ein Mädchen mit hellblond gelocktem Haar, ein Jahrgang höher als sie selbst, im neunten. Mit ihr ging sie normalerweise zu Schule, jetzt war sie es die die Tür trotz der meckernden Passagiere mit einem Fuß offen hielt. Nach 25 min Zugfahrt und einem kurzen gemeinsamen Fußmarsch kamen sie endlich knapp vor Unterrichtsbeginn vor dem Lorson Gymnasium an. Es war eine endlos riesige Schule die schon von Außen recht imposant wirkte, sie hatte einen zum Teil weißen und zum Teil grauen Anstrich, der sich über die Unteranderem 5 Stöckigen Wände erstreckte. Das ganze Gebäude das von Vorne wie eine chaotische Anordnung verschieden großer Schachteln Aussah hatte Flache Dächer und auf einem von diesen saßen einige kleine eckige Schornsteine aus denen eifrig weißer Rauch empor stieg. Als der Wind seine Richtung änderte blies der nach Eintopf und Pudding riechende Rauch in ihre Richtung was einen seltsam riechenden Geruch Mischmasch ergab der Klara zum husten brachte, so dass sie schleunigst das Innere Schulgebäudes aufsuchten. Dort sah es im Gegensatz zum Äußeren der Schule erstaunlich farbenfroh aus. Die Wände waren in den unterschiedlichsten blau, lila, gelb und anderen Tönen bemalt. Der Raum den sie gerade betreten hatten sah wie eine großräumige Weggabelung aus. Ihnen gegenüber auf der anderen Seite des Raumes waren zwei Treppen die gerade hoch zu einem großen Vorsprung führten. Von dort aus waren 3 Gänge in die massive Wand eingelassen, einer weiter geradeaus mit rundlichen Eingang führte zu einer langen Reihe von Türen und Gängen, der Lehrer Trakt, und jeweils weitere nach links und rechts. Jenni und Klara eilten als sie die Schulklingel hörten, die den Unterrichtsbeginn einläutete, schleunigst zu ihren Klassenräumen. Beide mussten in den geräumigen Gang links aber schon einige Meter weiter verabschiedeten sie sich mit einem flüchtigen Hände winken an einer Weggabelung die ihre Jahrgangsstufen trennte. Klara war eine nette Freundin, aber sie kannten sich noch nicht genug, als das Jenni ihr etwas anvertrauen könnte. Eilig und darauf bedacht nicht erneut, wie schon einige Tage zuvor zu Mrs Schillers Unterricht zu spät zu kommen. Vor dem Klassenraum angekommen hörte sie das der Unterricht schon begonnen hatte. Sie versuchte die Tür so leise wie möglich zu öffnen um nicht zuviel aufsehen zu erregen, doch unglücklicherweise gab diese ein unüberhöbares quitschen und knarren von sich, das schon fast in den Ohren weh tat. Augenblicklich drehten sich alle zu ihr um, so starrten sie nun 26 Gesichter unter ihnen tuschelnd kichernde Mädchen und der empörte Streber Louis der sehr viel wehrt auf Pünktlichkeit legte, wie die strenge Miss Schiller auch, an. Kurz danach schon, bastelte der Großteil der Klasse wieder Papierflieger um sich dann auch mit diesen zu bewerfen. Die Mehrheit der Mädchen verteilte den neusten Klatsch und Tratsch wie stille Post, sodass am Ende alles ganz anders war als gemeint, wodurch sie in der Pause, wie sonst auch, eine Wortschlacht führen würden die manchmal ganz schön hässlig wurde. Einige Sekunden vergingen in dem die Lehrerin das Mädchen mit hochgezogener Augenbraue musterte und dann mit einem hochmütigem Seuftzen sprach: „Du hast nun 3 Verspätungen in diesem Halbjahr gesammelt ,bleib nach der Stunde bitte noch kurz im Klassenraum, wir müssen uns ein wenig unterhalten.“ Allgemeines Gelächter brach aus, vor allem die meisten der Mädchen konnte sich gar nicht mehr einkriegen, denn jeder wusste 3 Unterschriften bedeuteten Nachsitzen. Nachsitzen, ausgerechnet bei Mrs Schillers, das war wirklich nicht wünschenswert, aber anscheinend amüsant solange es nicht die eigene Person betraf. Nur einige Gesichter unter ihnen hatten eher eine bemitleidende, mitfühlende Miene. Diese Gesichter waren die der zweieigigen Zwillinge Leoni und Emely die entweder ganz oder ganz und gar nicht einer Meinung waren, dann noch die immerzu aufgeregte, verspielte Mina, der fröhliche Rick der dauernd grinste oder lächelte, und zuletzt der allwissende Tomson der außerdem das kochen liebte. Das waren also ihre Freunde, die Art von Freunden mit denen man gerne manchmal die Pause verbringt, ihnen vieles sagen kann, aber auch nicht alles. Ja das waren die einzigen Freunde die Jenni hatte, was ihr, wie sie es sich selbst sagte, nicht so wichtig war, sie meinte das Freunde nicht zwingend notwendig sind das ihr ein paar dieser Art Freunde schon reichten. Doch insgeheim hätte sie doch ganz gerne eine Beste Freundin, mal abgesehen von ihrer warmherzigen Mutter. Der Unterricht ging an ihr vorbei als wäre er einfach da, nicht von belangen. Ein paar mal nur nahm Mrs Schillers sie dran, sie meldete sich aber nie und sah die arrogante Frau nur blinzelt an. Dies tat diese meist entweder mit einem verachtendem Kopfschütteln oder einem entrüstetem leicht beleidigtem Kopfschütteln ab und nahm dann jemand anderen dran. Jenni hatte entgegen aller Erwartungen außerordentlich gute Noten und wusste alles bevor die anderen es überhaupt erst erfuhren. Genau deshalb scherte sie sich des öfteren nicht um den Unterricht und schaute bloß verträumt aus dem Fenster, was sehr leicht zu bewehrkstelligen war denn jeder hatte einen einzelnen Tisch, und ihrer Stand direkt neben dem Fenster sodass sie die schöne Aussicht genießen konnte. Jeder andere hätte sich nicht um einen Blick aus dem Fenster bemüht, hätte er doch sowie so nur ein altes dunkel graues Dach gesehen. Doch Jenni sah mehr, sie sah wie jedes Blatt im Wind tanzte,sich über alles hinweg erhob und flog. So wie sie es sich wünschte, einer ihrer scheinbar unerreichbaren Wünsche die sich frei über Wind und Wolken erhoben, daher aber auch umso schwerer ein zu fangen waren. Manchmal brachte ihre Leichtig- und Unbekümmerheit sie zum lächeln, ein andermal machte ihre Unerreichbarkeit sie traurig. Die Glocke klingelte, das hieß die Pause hatte begonnen. Schnell fast unbemerkt schnappte sie sich ihre Brotdose und wollte sich aus dem Zimmer schleichen als Mrs Schiller sie zu sich rief, ihre fast fies erfreuten Augen starrten sie an, wie der Adler seine Beute. Leicht schmunzelnd begann die Lehrerin ihren wohlgeformten Satz den sie so vielen so oft schon stolz verkündet hatte: „Es tut mir außerordentlich leid, dir Mitteilen zu müssen das ich deine Eltern, auf Grund deines Verhaltens mit dem du meiner Unterrichts-Atmosphäre schadest, umgehend kontaktieren muss. Bei weiterem Fehlverhalten müssen wir uns eventuell mit deinen Klassenlehrern und der Klasse einmal zusammen kommen um das Thema genauer auszuloten und deine Maßnahmen festzulegen.“ Übersetzt hieß das: “Ich rufe deine Eltern an und wenn du nochmal zu spät kommst gibt es eine Gemeinschaftliche Strafe und einen Eintrag.“ „Hast du meine eben gesprochenen Worte verstanden?“ mit einem braven “ja“da sie schnellstmöglich Frühstücken wollte.

Doch noch bevor sie sich hinausschleichen konnte wurde sie von hinten angesprungen, etwas stützte sich auf ihre Schultern und begrüßte sie mit einem breitem Lächeln, das aber nicht zu Rick gehörte sondern zu der fröhlichen Mina. „Na wo willst du denn hin Zuspätkommerin! Wir wollten doch heute in der Pause zusammen essen, Thomson wollte extra Frühstück mitbringen, er hat es zwar vergessen aber wir können doch trotzdem zusammen essen.“, sagte Mina mit einem riesigem Lächeln das fast ihr ganzes Gesicht bedeckte, wodurch ihre rosigen Wangen besonders hervorstachen, während ihre lockigen, Kinn langen Haare in ihren Bewegungen vor sich hin flatterten. Doch Jenni wollte heute ein wenig alleine sein und und an einen ihrer Orte gehen, daher sah sie Mina entschuldigt an. „Ich brauche heute ein wenig Ruhe aber Morgen auf jeden Fall, versprochen!“ Minas Lächeln wurde einen Moment lang milder, doch sofort wiegte sie ihr beschwichtigend und fröhlich zu. Wieder einmal ließ Mina sich nicht anmerken das sie enttäuscht war, weiterhin war sie das immer fröhliche Mädchen das nie vom lachen verlassen wurde. Der einzige der ihre Gedanken bemerkte war Jenni sie sah es ihr an ihren Bewegungen und generell der Art ihres Verhaltens an. Nun war sie auf dem Weg zu einem dieser Orte, dieser normalerweise für andere Schüler unzugänglichen, Verschlossenen Bereichen. Aber sie hatte einen Schlüssel, diesen Vergoldeten Schlüssel hatte sie einmal geschenkt bekommen. Als sie wie andere male auch heimlich in den vergessenen Schulgarten hinter der großen Sporthalle schlich um dort ein wenig entspannen zu können, wurde sie von einer jungen Blonden Gärtnerin mit blauen Augen erwischt. Diese trug ein Tuch mit dem sie ihre Haare nach hinten band, wie eine Piratin. Sie hatte sie mit einem lieben Lächeln angesehen und beschwichtigend zu dem erschrockenem Mädchen gesprochen: „Hab keine Sorge, du bist hier Willkommen. Du darfst frei hier ein und austreten, hier nimm diesen Schlüssel und du wirst Eingang zu vielen schönen Orten finden.“ Mit einem Lächeln bei dem sie kurz ihre Augen schloss legte sie sanft einen Schlüssel in die Hand des Mädchens, die sie verwirrt ansah. Dann war die blasse Frau die so seltsam gesprochen hatte gegangen. Seitdem ging Jenni Pause für Pause in die sonst verschlossenen Räume, die überall in der Schule verstreut waren, es gab sogar einen ganzen verlassenen Trakt. Aber noch heute fand sie diese nette und strahlende Ausstrahlung der Frau in Kombination mit ihrer seltsamen Wortwahl unheimlich, außerdem war der kleine Garten mittlerweile eine Art legende geworden und kaum einer glaubte an seine Existenz, aber dennoch hatte sich eine Gärtnerin hierher verlaufen. Trotz alle dem die Räume in die sie mit dem Schlüssel kommen konnte waren absolut ruhig und auf ihre Weise wunderschön. Heute entschloss sie sich für einen verlassenen Clubraum der sich im verlassenem Trakt befand. Leise schlich sie den langen nur durch die Fenster beleuchteten Gang. Alles um sie herum wirkte wie der Rest der riesigen Schule, bloß heruntergekommen und mit mehr Holz. Schließlich entschied sie sich für einen der verschlossenen Clubräume, er hatte eine alte Eichentür und war mit einem dickem Vorhänge Schloss gesegnet. Es war wie immer ein sonderbarer Moment wenn sie die Tür aufschloss, ein seltsames kribbeln glitt dann immer von dem Schlüssel aus durch ihren ganzen Körper. In dem Raum war es nicht so dunkel wie im Gag draußen, vielmehr stark beleuchtet da das Sonnenlicht direkt von der Fensterseite kam und mühelos durch die großen Scheiben durch glitt. Der ganze Raum war mit alten Schränken übersät, in denen viele clubeigene Dinge zu finden waren wie Fotoalben, schäbige Schilder und auch Plantafeln. Nachdem sie eine weitere lange Pause einzig und allein in Gesellschaft von einer Frühstücksbox in einem der eigentlich verbotenen und verschlossenen Räume verbracht hatte, ging der fade immer wiederkehrende Alltag weiter. In der letzten Unterrichtsstunde war es meist mit ihrer Konzentration dahin, meist auch schon davor. So saß sie dort still aus dem Fenster schauend, vertieft in einen Tagtraum. Vor ihr lag eine riesige Stadt über diese schwebten Drachen, wahrhaftige Drachen hinweg. Sie Schlugen mit ihren monströsen Schwingen und ließen dadurch starke Windböen über Wiesen und Felder wehen. Doch diese eindrucksvollen Wesen schienen nicht feindlich gesinnt zu sein, sondern eher mit den Menschen die in der Stadt ihre Waren an den Mann brachten, zu leben. Noch eine ganze Weile beobachtete sie voller staunen und Respekt die mächtigen und noch dazu bunten Wesen die sie nun auch ab und zu auf den umliegenden Feldern entdeckte und spürte die Windböen die sogar noch sie schwach erreichten. Es klingelte und Jenni schreckte mit einem zucken auf. Der Schulalltag hatte sein Ende gefunden, wie Erinnerungen blieben jetzt nur noch die Hausaufgaben, die nun sorgfältig aufgestapelt vor ihr am Küchentisch lauerten. Ihr Vater war noch länger Arbeiten und ihr kleiner Bruder bei Freunden, nur noch ihre Mutter in der offenen Küche und ihre kleine Schwester waren da. „Wuuuusch, ich werde dich kriegen nyan nyan!“ „Niemals Blitzkralle, ich werde nicht aufgeben bis du gefasst wurdest!“ „KAWUMM“ Kleine Comicfiguren huschten über den Bildschirm und machten Krach, vor diesem saß ein kleines Mädchen mit langen blonden Haaren dessen Augen staunend am Bildschirm festklebten. Der Kampf war so laut das sich Jenni mit schmerzverzerrten Gesicht die Schläfen rieb. Selbst das ewige Lächeln ihrer Mutter, die gerade Sushi zubereitete, schien nicht ganz so enthusiastisch wie sonst. „Wie war es eigentlich heute in der Schule?“, fragte ihre Mutter den Blick auf Jenni gerichtet. „ Ach eigentlich ganz gut wie immer, was machst du eigentlich den ganzen Tag so zu Hause?“ Sie hatte die Frage eigentlich nur gestellt um ein Gesprächsthema finden zu können, aber ihre Mutter sah sie entsetzt an. Verwirrt musterte Jenni sie, das Lächeln ihrer Mutter war irgendwie schief. Sofort fasste sich ihre Mutter wieder und setzte ihre Arbeit fort. „Ach nur ein bisschen Putzen oder ein Käffchen mit Freunden.“ Nun war sie noch verwirrter, seit wann hatte ihre Mutter Freunde? Natürlich gab es da einige in ihrem Dorf mit denen sich ihre Mutter gut verstand, aber sie würde diese Bekanntschaften niemals als Freunde bezeichnen. Augenblicklich drehte sich ihre Mutter um und sprach als hätte sie ihre Gedanken gelesen: „Unsere Ältere Nachbarin neben denen mit den Hunden, sie lädt mich manchmal zu sich zum Kaffee ein weil ich für sie die Einkäufe erledige und manchmal bei der Wäsche helfe.“ Trotzdem war Jenni noch immer nicht von der Wahrheit dieser Worte überzeugt, aber alle misstrauischen Gedanken verschwanden, als ihre Mutter ein Teller Sushi Röllchen vor sie auf dem Tisch ablegte und mit ihrer rechten Hand darauf zuhielt, als wolle sie sagen “Nimm nur“. Am nächsten Tag in der Schule hatte Jenni die Hausaufgaben vom Vortag noch nicht erledigt, aber das war ihr nun wie so manches mal egal. In der ersten längeren Pause kam wie am Tag zuvor Mina auf sie zu, mit dem Unterschied das sie von 4 weiteren Personen begleitet wurde, ihren und auch die des Mädchens Freunden , Thomson, Rick, Emely und dessen Schwester Leoni. Thomson das kulinarisch, und technische Genie der Gruppe hatte einen Picknickkorb fast so groß wie zwei Schulranzen bei sich und Rick die dazugehörige klischeehaft Rot karierte Decke. Die Gruppe ließ sich draußen auf einer großen Wiese in Mitten des scheinbar Unendlichen Schulhofes nieder. Als endlich jeder von ihnen ein Sandwich oder was auch immer aus dem endlosen Schlund der Korbes gegriffen wurde, in der Hand hatte, sprach Mina einen Trost aus: „Auf das wir ewig Freunde bleiben!“ So stießen wir mit unseren Flaschen Broten oder was wir sonst noch alles erwischt hatten an. „Was ist jetzt eigentlich mit der Nachsitz Angelegenheit?“, diese Frage kam von Rick, dem anscheinend kein anderes Gesprächsthema einfiel. „Ich weiß es noch nicht sie sagte ich müsse mich ihr anpassen, sie sagt mir einen Tag vorher Bescheid. Trotzdem ist das ein wenig kurzfristig, wenigstens muss ich nicht auf so eine Klassenkonferenz.“ Thomson setzte nun auch zum Gespräch an: „Du solltest in Zukunft schneller gehen und auf deinem Weg nicht mehr so viel rumträumen, allein das versetzt deine Ankunftszeit, meinen Berechnungen nach, um eine habe Stunde.“ „Aber ich mache das doch nicht absichtlich, es passiert einfach und ich mag es auch irgendwie, aber das mit dem schneller gehen kriege ich schon hin, das sollte doch ausreichen.“ „Wie dem auch sei.“, kam es nun von Mina. „Wer will Kuchen?“ Sie sahen sie verdutzt an, alle waren so gierig gewesen das der Korb schon leer war und darüber hinaus war weder nur ein Stück Kuchen dabei gewesen, noch hatte sie etwas bis auf ihr Jacke bei sich. Mina betrachtete ihre Gesichter und kicherte leise dabei. „Ich habe schon geahnt dass ihr so gierig seid.“ Sie deutete mit einem Finger auf den Korb, die anderen verstanden immer noch nicht. Aber als sie den Boden des Korbs anhob und schließlich heraus nahm waren alle bis auf Tomson der wissend etwas aus dem Korb nahm. Er grinste und sprach: „Bei so einer Hungrigen Horde wie euch muss man den Nachtisch schon mal verstecken.“ ein kichern breitete sich leise und langsam in der Gruppe aus. „Ihr habt wirklich einen geheimen Boden in den Korb eingebaut?“ „Nein der war schon so als wir ihn gekauft hatten, praktisch nicht?“, antwortete Mina fröhlich. Nachdem alle ihre vollen Bäuche noch zusätzlich mit einem großen Stück Kuchen mit Sahne gefüllt hatten, ließen sich alle auf die Wiese fallen. Sie fühlten sich so voll, als könnten sie nur noch sich über die Wiese rollend bewegend. Jenni lag leicht Müde auf der Wiese, die sie viel bequemer als die kleine Decke fand. Langsam vielen ihre Augen zu und sie nickte sanft in die Welt der Träume ein. Ein weites Bild erschien vor ihrem inneren Auge: Langsam wachte sie auf, doch statt des Schulgeländes mit den großen Wiesen und kleinen Wäldchen artigen Baum Gruppen, lag sie umgeben von vielen Düften auf einer riesigen Blumenwiese die sich über alles hinweg zu erstrecken schien, nur ab und zu von kleinen Baumgruppen wie die des Schulgeländes unterbrochen. Vor ihr eine Art Hügel mit einem Schloss das mit vielen Zinnen, Türmchen und einem großen Tor, doch nicht aus Holz wie man es sich vielleicht vorstellt, sondern aus robustem Stahl ausgerüstet war. Zuerst betrachtete Jenni nur staunend die Landschaft, aber als sie sich das niedlich Aussehende Schloss genauer ansah bemerkte sie etwas, dort waren Menschen! Als sie vor Überraschung noch genauer hinsah erkannte sie allmählich dass sie wie Menschen aussahen aber dass sie grünliche bis weiße Haut und Ozean farbige Kleidung und Haare hatten. Sie wirkten verängstigt, wobei sich die Algen die an ihren Haaren und ihrer Kleidung wie Lebewesen wuchsen, an umliegenden Dingen oder der Person selbst schlängelten. Beunruhigt dachte Jenni über die seltsamen Wesen die dort überall auf dem Schloss, auf Dächern wie auch über dem Tor verstreut waren nach. Als sich die Gesichter in der Ferne schlagartig zu verfinstern schienen und sogar einige eilig nach drinnen stürmten, fühlte sich Jenni nicht gerade erleichtert, ganz im Gegenteil, ihre Angst stieg in ungeahnte Höhen. Sie wurde von einem Geräusch das direkt hinter ihr zu sein schien aus ihren Gedanken gerissen. Irgendwas war ganz dicht hinter ihr und dem Schatten der ihren nun um Längen überdeckte nach war es groß, sehr groß. Fast zitternd drehte sie sich so langsam um als würde sie die Zeit damit verlangsamen wollen. Als sie endlich auf das Ding hinter ihr einen Blick werfen konnte erschrak sie fast zu Tode. Sie konnte nicht einmal schreien, allein ein leises entsetztes quieken entwand sich ihrer erstarrten Kehle. Ein 4 Meter großes Wolfshund ähnliches Tier schwang seinen so unnormal großen Schwanz der dabei immer wieder ein zucken von sich gab und mit vielen winzigen schwarzen Stacheln ausgestattet war. Der ganze Körper des Tieres war statt Fell, bedeckt mit grau silbrigen leicht grünlichen Schuppen die an die Menschen ähnlichen Wesen auf dem Schloss erinnerten. Die Kreatur hatte einen grauen Wolfskopf mit überproportionalen schwarzen Zähnen, die den krummen schwarzen Krallen die aus den Tatzen hervor schossen glichen. Dem Tier war ein Tropfen langsam aus dem Maul geglitten und auf einer Blume gelandet. Vorerst dachte Jenni nur entsetzt das das Tier vor Hunger gesabbert hätte, auch wenn das Tier mit seinen grauen Augen durch sie hindurch zu blicken schien, um stattdessen das Schloss zu betrachten, versetzte sie das dennoch in eine Schockstarre wegen der sie nicht einmal mehr imstande war zu quieken. Sie starrte kreidebleich auf den Tropfen der zuvor aus dem Maul des Tieres gefallen war und beobachtete wie er schließlich die Form eines kleinen grauen Gnoms annahm. Der Gnom begann zu aller Überraschung auch noch zu sprechen: „Das werden wohl die letzten Dorfbewohner diesen Teils von Kreidon sein, die anderen Heere kümmern sich um ein weiteren Unterschlupf der bisher unbekannt war. Wir sollten das hier schnell beenden damit wir nicht zu spät zum Festmahl kommen mein Gebieter Hronso. Ich schlage vor wir stürmen einfach, diese Bauerntölpel stellen keine Gefahr dar.“ Jenni fühlte sich in ihrer Schockstarre während ihres Gesprächs wie Luft. Das Ungetüm knurrte verächtlich und antwortete schließlich nichts als: „Ich habe Hunger“ Das unheimliche Wesen setzte zum Anlauf an und war sogleich knapp vor Jenni, schien aber weiterhin durch sie hindurch auf das Schloss zu starren als wäre sie nicht da. Doch ihre Angst verminderte sich nicht dadurch dass sich das riesige Ungetüm nun wenige Zentimeter vor ihr befand und durch sie hindurchlaufen zu wollen schien. Mit einem panischen kreischen wachte sie auf, Emely hielt sie rüttelnd an den Schultern fest und rief das sie aufwachen solle, für Jenni war alles immer noch verschwommen. Als sie wieder vollends zu sich gekommen war erzählten die anderen ihr das sie im Schlaf geschrien und gezittert hätte. Außerdem das sie versucht hatten sie auf zu wecken. Als Jenni nun von ihrem unverhofft erschreckenden Traum erzählte, sahen sich alle besorgt an, die die diesen Ausdruck am meisten mit ihren Gesichtszügen preisgab war Mina, doch es glich bei ihr eher entsetzen. Am Nachmittag hatten die anderen sie noch vorsichtshalber frühzeitig nach Hause gebracht, mal abgesehen davon dass sie schon die meiste restliche Unterrichtszeit verschlafen hatten. Als sie nun im Bett lag nachdem sie ihre besorgte Mutter abgewimmelt hatte, dachte sie noch einmal über den unheilvollen Traum vom Nachmittag nach. Zuletzt hatte sie so eine grausige Vorstellung in ihrem Kopf gehabt als sie noch ganz klein war, damals war das was sie in ihrem Kopf sah so verstörend gewesen das sie Nächte lang nicht schlafen konnte und sich ihre Eltern ersthafte Sorgen um sie machten.

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